Du möchtest schon lange ein eigenes Buch schreiben und hegst den Traum, Autor oder Autorin zu werden. Vielleicht hast du schon eine Idee, die dich nicht mehr loslässt, und trägst bereits eine fertige Geschichte in dir, oder du möchtest dein Wissen, deine Erfahrungen und deine Fantasie endlich zu Papier bringen. Dann zeige ich dir hier, wie du deinen Traum verwirklichen kannst.
Doch zwischen „Ich möchte ein Buch schreiben“ und „Mein Buch ist veröffentlicht“ liegen einige wichtige Schritte. Manche davon sind kreativ, andere organisatorisch – und irgendwann stellt sich auch die Frage: Verlag oder Selfpublishing?
In diesem Beitrag zeige ich dir die wichtigsten Schritte zu deinem eigenen Buch.
Wichtig – Datensicherung von Anfang an!
Sichere dir von Anfang an alle Daten und beschrifte sie übersichtlich! So kannst du während des Schreibprozesses stets auf deine Ideen, deine Notizen, deine Recherche und dein Manuskript zurückgreifen. Immer wieder kommt es vor, dass es durch technische Probleme oder auch versehentliches Löschen zu Datenverlust kommt. (Auch mir ist das in der Vergangenheit schon passiert.) Deshalb denke daran und sichere deine Daten! Es wäre doch schade, wenn deine Gedanken und tollen Geschichten verloren gingen.
Eine Buchidee finden und konkretisieren
Am Anfang steht immer die erste Idee. Sie kann aus einem Bild, einer Figur, einem Erlebnis, einem Traum, einem Thema, einer Erfahrung oder gar einer Frage entstehen.
Wichtig: Aus deiner Idee muss nach und nach ein tragfähiges Buchkonzept werden.
Sammle Ideen zu deinem Thema
stelle dir folgende Fragen:
- Worum geht es in deinem Buch?
- Für wen schreibst du?
- Welches Genre passt zu deiner Geschichte?
- Was macht deine Idee so besonders?
- Welche Stimmung soll dein Buch haben?
- Aus welcher Perspektive willst du deine Geschichte schreiben?
- Was soll dein Leser am Ende fühlen?
Formuliere einen Pitch!
Gerade bei Romanen hilft es, wenn du deine Grundidee in wenigen Sätzen zusammenfassen kannst. So erkennst du früh, ob deine Geschichte genügend Spannung, Konflikt und Entwicklungspotenzial hat. Ein Pitch hilft dir auch, andere auf deine Geschichte neugierig zu machen. Ebenso benötigst du den Pitch für Anfragen bei Agenturen und Verlagen.
Beispiel: Eine junge Frau entdeckt, dass ihr neuer Nachbar kein gewöhnlicher Mensch ist, und gerät dadurch in eine verborgene Welt voller Geheimnisse. Gefahr und unerwartete Gefühle.
Genre und Zielgruppe festlegen
In welchem Genre schreibst du?
Jedes Genre hat bestimmte Konventionen (Versprechen), die durch das Setting, und die Figurentypen bis hin zu den Plotwendungen bestimmt werden.
Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dich informieren und vor allem wissen, in welchem Genre dein Buch angesiedelt ist. Schreibst du Fantasy, Liebesromane, Krimis, Thriller, Sachbücher, Ratgeber, Biografien oder etwas ganz anderes? Oder bist du gar in einer Unterkategorie, wie z.B. Romantasy, Cozy Crime oder Psychothriller unterwegs?
Die Genre-Einordnung ist essenziell, weil deine Leser bestimmte Erwartungen an das jeweilige Genre haben. Ein Liebesroman braucht emotionale Nähe, Entwicklung und meist ein Happy End. Wogegen ein Fantasyroman oft erfundene Welten, besondere Regeln und Magie oder auch Konflikte, die über das Alltägliche hinausgehen, hat. Die richtige Genrewahl hilft dir zudem bei der Vermarktung deines Romans und vermeidet Fehlkäufe und Enttäuschungen beim Leser.
Wer ist deine Zielgruppe?
Frage dich:
- Wer soll dein Buch lesen?
- Was erwartet deine Zielgruppe?
- Welche Themen sprechen Sie an?
- Welche Bücher lesen diese Menschen?
- Wie darf oder soll mein Schreibstil klingen?
Je besser du das Genre und die Zielgruppe kennst, umso leichter fällt es dir später, dein Buch zu schreiben, zu überarbeiten und zu vermarkten.
Charaktere, Handlung und Thema
Entwickle deine Charaktere
Wenn du einen guten Roman schreiben möchtest, brauchst du Charaktere, die deine Leserinnen und Leser berühren. Sie müssen nicht perfekt sein, ganz im Gegenteil. Interessante Charaktere haben Wünsche, Ängste, Schwächen, Macken, Geheimnisse und innere Konflikte.
Überlege dir:
- Wer ist deine Hauptfigur?
- Was möchte dein Charakter unbedingt erreichen?
- Was steht ihm im Weg?
- Wovor hat er Angst?
- Wie beeinflusst ihn seine Vergangenheit?
- Wie verändert er sich im Laufe der Geschichte?
- Wer begleitet ihn?
- Welche Hindernisse muss er überwinden?
- Wer oder was ist der Antagonist?
Ein Antagonist ist nicht immer eine Person, sondern kann auch eine Kraft wie z. B. eine Krankheit, die Umwelt, gesellschaftliche Zwänge, Ängste oder Traumata sein. Er muss auch immer so stark sein, dass er den Protagonisten an seine Grenzen bringt und ihn dazu zwingt, sich zu entwickeln. Wenn der Antagonist jedoch kein Mensch ist, muss er so übermächtig sein, dass der Protagonist lernt, sich anzupassen oder mit der Situation umzugehen.
Handlung und Struktur erstellen
Nicht jeder plant seine Geschichte ausführlich. Manche schreiben mit einem detaillierten Plan (die Plotter unter uns) und andere entdecken ihre Geschichte lieber beim Schreiben (die sogenannten Pantser).
Aus meiner Erfahrung kann ich dir empfehlen: Selbst eine grobe Struktur hilft dir beim Schreiben. Auch ich habe am Anfang nur grob geplottet und im Laufe der Zeit für mich festgestellt: Je besser ich plane, umso flüssiger kann ich schreiben.
Eine einfache Grundstruktur kann so aussehen:
- Anfang: Die Hauptcharaktere und die Welt werden vorgestellt.
- Auslöser: Etwas passiert, das alles verändert.
- Konflikt: Dein Charakter muss handeln und gerät immer tiefer in die Geschichte.
- Krise: Alles scheint verloren.
- Höhepunkt: Die wichtigste Entscheidung oder Konfrontation findet statt.
- Auflösung: Die Geschichte findet ihr Ende (Happy End, Drama usw.)
Gerade am Anfang können Plotvorlagen eine große Hilfe sein, deinen Roman zu planen. So fällt es dir viel leichter, nicht den roten Faden zu verlieren.
Einige der bekanntesten Plotstrukturen sind:
- Drei-Akt-Struktur
- Vier-Akt-Struktur
- Fünf-Akt-Struktur
- Schneeflockenmethode
- Heldenreise
- Sieben-Punkte-Struktur
- Save the Cat
- Story Circle
- Freytags Pyramide
- Quest-Struktur
Für welche Plotstruktur du dich am Ende auch entscheidest, ist oft reine Geschmackssache. Probiere es aus und finde die für dich beste Struktur und Plotmethode!
Was ist das Thema deines Romans?
Während die Handlung beschreibt, was passiert, beschreibt das Thema, worüber es in deinem Roman geht, also die zentrale Grundidee. Sie ist die Kernaussage oder auch das zugrundeliegende Motiv deiner Geschichte und hilft dir dabei, den roten Faden nicht zu verlieren, sowie Handlungen und Charaktere sinnvoll auszurichten. (z. B. Liebe, Rache, Wahrheit, Gerechtigkeit, Verrat)
Formuliere nun als Nächstes den Grundgedanken oder auch das Leitmotiv deiner Geschichte.
Frage dich:
Was ist der Kern deiner Geschichte? (wie „Liebe überwindet Hindernisse“ oder „Die Zerstörung durch Machtgier“).
Recherche und Weltenbau
Je nach Buch brauchst du mehr oder weniger Recherche. Bei einem historischen Roman, einem Sachbuch oder Ratgeber ist sie besonders wichtig. Aber auch Fantasy, Romance und Krimis profitieren von guter Vorbereitung.
Recherche hilft dir:
- historische Hintergründe zu prüfen
- Orte kennenzulernen
- Berufe oder Fachthemen besser zu verstehen
- mythologische und kulturelle Grundlagen zu erforschen
- medizinische, rechtliche und technische Details nachzuschlagen
- eigene Fantasywelten logisch aufzubauen
Achte immer beim Weltenbau darauf, dass deine Welt klare Regeln hat. Das gilt besonders für Fantasy, Magie, übernatürliche Wesen oder erfundene Gesellschaften.
Frage dich:
- Welche Regeln gelten in deiner Welt?
- Welche Völker oder eigenen Sprachen gibt es?
- Was ist möglich und was nicht?
- Welche Wesen, Orte oder Mächte gibt es?
- Wie wirkt sich das Fantastische, Übernatürliche auf den Alltag aus?
- Welche Konflikte entstehen daraus?
Eine gute Welt muss nicht kompliziert sein. Sie muss vor allem glaubwürdig wirken.
Erstelle einen Schreibplan!
Ein Buch entsteht nur selten an einem einzigen Wochenende. Deshalb hilft es, sich über einen realistischen Schreibplan Gedanken zu machen.
Du kannst dir eigene Ziele setzen:
- 500 Wörter
- 200 Wörter pro Woche
- ein Kapitel pro Woche
- drei freie Schreibzeiten pro Woche
Wichtig ist vor allem, dass der Plan zu deinem Alltag passt. Ein zu ehrgeiziger Plan kann schnell frustrieren. Ein machbarer Plan dagegen hilft dir, dranzubleiben.
Eine grobe Kapitelliste oder ein Szenenplan können ebenso nützlich sein. Sie geben dir Orientierung, ohne dich einzuengen.
Die erste Fassung schreiben
Schreibsoftware
Spätestens hier solltest du dich entscheiden, wie du deine Geschichte aufschreiben möchtest. Dabei ist es völlig egal, welches Programm du dafür verwendest. Ich rate dir, mit der Software zu schreiben, mit der du dich am besten auskennst. So musst du dich nicht erst in das Programm einarbeiten und kannst stattdessen sofort mit dem Schreiben beginnen.
Denn nicht das Programm macht eine gute Geschichte, sondern das bist du.
Sprachsoftware
Eine weitere Möglichkeit, deine Texte aufs Papier zu bringen, ist, sie zu diktieren. Dafür gibt es spezielle Sprachsoftware (z. B. Dragon). Wenn du kein zusätzliches Geld ausgeben möchtest, kannst du auch die Diktierfunktion am PC oder in Google Docs nutzen. Es gibt sogar Autoren, die ihre Texte am Handy diktieren.
Stift und Papier
Einige Autoren bevorzugen dagegen Stift und Papier. Sie übertragen ihre Texte erst am Ende. Entscheidest du dich für diese Variante, hast du mehr Arbeit, aber kannst beim Übertragen deiner Texte schon erste Verbesserungen vornehmen.
Egal für welche Art des Schreibens du dich entscheidest, wichtig ist nur, dass du anfängst und deine Ideen zu Papier bringst.
Schreiben, schreiben und nochmals schreiben!
Nun beginnt der eigentliche Schreibprozess. Die erste Fassung muss nicht perfekt sein. Sie darf noch holpern und noch Lücken haben oder stellenweise unfertig sein.
Das wichtigste Ziel ist es, die Geschichte aufs Papier zu bringen.
Viele verlieren sich zu früh in Korrekturen und kommen dadurch kaum voran. Besser ist es, die erste Fassung zunächst einmal fertigzustellen. Danach kannst du gründlich überarbeiten.
Die erste Fassung muss nicht schön sein. Sie muss existieren.
Beim Schreiben geht es in erster Linie darum, die Geschichte kennenzulernen. Du wirst deine Charaktere besser verstehen, Szenen verändern, neue Ideen entdecken und vielleicht merken, dass manche geplanten Dinge nicht funktionieren. Das ist völlig normal.
Dann kann es sehr hilfreich sein, dass du dir deine Geschichte noch einmal in der Außenperspektive anschaust. Manchmal sieht man aber den Wald voller Bäume nicht. 🙂
Stelle dir dann die berühmten W-Fragen:
Wer, wo, wie, was und warum?
Das hilft dir, den Fehler in deinem Plot zu erkennen, und du wirst sehen, das Problem löst sich dann oft in Wohlgefallen auf.
Schreibe deine Geschichte möglichst in einem Rutsch herunter und mache nicht so lange Pausen dazwischen. Und wenn du dranbleibst, kannst du bald stolz auf dich sein und das Wort „Ende“ unter deine Geschichte schreiben.
Glückwunsch, du hast die Rohfassung deines Buches beendet.
Doch wenn du jetzt denkst: „Endlich geschafft“, dann muss ich dich enttäuschen, denn ab hier geht die Arbeit erst richtig los.
Das Manuskript überarbeiten
Nach der ersten Fassung beginnt die wichtigste Phase, die Überarbeitung. Dabei geht es nicht nur um Rechtschreibung und Grammatik.
Ich empfehle dir, deinen Text ein paar Tage ruhen zu lassen, um etwas Abstand zu deinem Text zu gewinnen. Sonst kann es leicht passieren, dass du noch zu tief in deiner Geschichte steckst und leicht Dinge übersiehst.
Überarbeite in mehreren Schritten (Durchgängen)
Am besten, du erstellst dir eine Überarbeitungsliste von den Dingen, die du überarbeiten möchtest. So kannst du sie nach und nach abarbeiten und abhaken. Fange mit dem Plot, dem Spannungsbogen und den Charakteren an und arbeite dich dann erst ins Detail vor. Rechtschreibung und Grammatik und Stil kommen am Ende.
Zuerst solltest du auf die großen Dinge schauen:
- Funktioniert die Handlung?
- Ist der Konflikt stark genug?
- Entwickelt sich dein Charakter glaubwürdig?
- Gibt es Logiklücken?
- Stimmen Tempo und Spannung?
- Gibt es überflüssige Szenen?
- Fehlen wichtige Informationen?
Erst danach lohnt sich der Blick auf Sprache, Stil, Dialoge und Satzbau.
Eine mögliche Reihenfolge für deine Überarbeitung:
- Inhalt und Handlung prüfen
- Figurenentwicklung verbessern
- Struktur und Spannungsbogen überarbeiten
- Szenen kürzen, verbessern oder verschieben
- Stil und Sprache verfeinern
- Rechtschreibung und Grammatik korrigieren
Erst eine gute Überarbeitung macht aus einer Rohfassung ein lesbares Buch.
Testleser einbeziehen
Bevor dein Manuskript nun in ein professionelles Lektorat geht oder du es an einen Verlag verschickst, können Testleser sehr hilfreich sein.
Wichtig: Testleser lesen dein Buch aus Sicht deiner späteren Zielgruppe und geben dir Feedback zu deinem Text.
Arbeite Ihre Anregungen und Ideen in deine Geschichte ein. Überlege, ob die Kritik Sinn macht oder nicht. Nicht jede Rückmeldung muss umgesetzt werden. Kritisieren jedoch mehrere Personen die gleiche Stelle, solltest du es dir noch einmal genauer anschauen. Aber denke daran. Jeder hat seine eigene Sicht auf die Geschichte. Es ist noch immer deine Geschichte und du entscheidest, was sich richtig für dich anfühlt und was nicht.
Wähle, wenn möglich, eine ungerade Anzahl an Testlesern. Empfohlen werden 3–5 Personen, um besser zu erkennen, ob dieselben Probleme von der Mehrheit bemängelt werden.
Du kannst sie bitten, besonders auf folgende Punkte zu achten:
- Ist der Einstieg spannend?
- Sind die Charaktere sympathisch und interessant?
- Gibt es Stellen, die langweilig wirken?
- Sind Handlungen nachvollziehbar?
- Gibt es offene Fragen?
- Überzeugt das Ende?
- Würden sie weiterlesen oder dein Buch weiterempfehlen?
Wenn du dein Manuskript nun fertig überarbeitet hast, sollte dein Text noch den letzten Schliff durch ein Lektorat und Korrektorat bekommen.
Lektorat & Korrektorat
Der äußere, professionelle Blick durch einen Profi verbessert deinen Text und findet dabei Fehler, die dir entgangen sind. Nach der langen Zeit des Schreibens und Überarbeitens ist man oft blind für seinen eigenen Text.
Wird dein Manuskript von einem Verlag angenommen, übernimmt dieser die Kosten für ein Lektorat und Korrektorat. Hast du jedoch vor, dein Buch im Selfpublishing zu veröffentlichen, musst du die Kosten selbst tragen.
Lektorat
Ein professionelles Lektorat soll deinen Text, inhaltlich, stilistisch und sprachlich optimieren und geht weit über das Korrektorat hinaus. Dabei werden Inhalt, Struktur, Figuren, Dialoge, Perspektive, Spannung, Stil und Lesefluss verbessert. Das Lektorat erfolgt meist in mehreren Durchgängen, wobei die Kosten dafür je nach Aufwand und Art des Lektorats variieren können.
Ein Lektorat kann deinen Text deutlich verbessern und macht aus deiner Geschichte einen besseren Roman.
Ich empfehle dir, ein Probelektorat erstellen zu lassen! So erhältst du einen Einblick in die zukünftige Zusammenarbeit mit deinem Lektor und zudem eine Einschätzung über den Aufwand und die Kosten, die dich erwarten.
Informiere dich deshalb vorher, um unliebsame Missverständnisse zu vermeiden.
Korrektorat
Im Anschluss erfolgt das Korrektorat deines Textes.
Es konzentriert sich vor allem auf:
- Rechtschreibung
- Grammatik
- Zeichensetzung
- Tippfehler
- kleinere sprachliche Unstimmigkeiten
Entscheidung: Verlag oder Selfpublishing?
Nach der Überarbeitung stellt sich nun für dich die zentrale Frage:
Möchtest du im Verlag oder im Selfpublishing veröffentlichen?
Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile.
Beim Verlag werden die Kosten für Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Cover in der Regel übernommen. Wogegen du beim Selfpublishing die Kosten selbst aufbringen musst.
Verlag und Agentur
Möchtest du dein Manuskript bei einem Verlag oder einer Agentur einreichen, recherchiere und informiere dich vorher gründlich, denn nicht jedes Buch passt zu jedem Verlag.
Achte darauf:
- Welches Genre veröffentlicht der Verlag oder vertritt die Agentur?
- Passt mein Buch ins Programm?
- Werden unverlangte Manuskripte angenommen?
- Welche Unterlagen werden verlangt?
- Gibt es bestimmte Einreichungsrichtlinien?
- Arbeitet der Verlag mit Agenturen zusammen?
Viele größere Publikumsverlage nehmen Manuskripte eher über Literaturagenturen an. Wogegen kleinere Verlage manchmal offener für direkte Einsendungen sind.
Wichtig: Schicke dein Manuskript nicht wahllos an alle Verlage, sondern wähle sorgfältig aus!
Üblicherweise erwarten die Verlage und Agenturen Folgendes:
- ein Anschreiben
- Exposé
- eine Leseprobe
- eine Kurzvita (Autorenvita)
- Angaben zu Genre, Zielgruppe und Umfang
Das Exposé ist eine Zusammenfassung deines Buches und enthält:
- Arbeitstitel (Dieser kann vom Verlag durchaus noch geändert werden)
- Genre
- Zielgruppe
- kurze Inhaltsangabe
- vollständige Zusammenfassung inklusive Ende
- wichtige Figuren
- Besonderheiten des Buches
Ein Exposé ist kein Werbetext, sondern soll nur zeigen, ob dein Buch ins Programm des Verlags passt.
Achte immer auf ein professionelles Auftreten (also kein rosa Briefpapier), beachte Layout und vermeide Tippfehler!
Schau dir die Vorgaben zur jeweiligen Einreichung genau an, sonst kann es leicht passieren, dass dein Manuskript nicht angesehen wird oder gar im Papierkorb landet.
Hast du dein Manuskript nun eingeschickt, musst du viel Geduld aufbringen. Verlage und Agenturen erhalten viele Einsendungen. Eine Antwort kann einige Wochen oder sogar Monate dauern. Absagen gehören leider dazu. bedeuten aber nicht automatisch, dass dein Buch schlecht ist. Manchmal passt es einfach nicht ins Programm oder zum aktuellen Markt.
Wenn der Verlag jedoch Interesse an deinem Manuskript zeigt, folgen weitere Gespräche, Vertragsfragen und Bearbeitungsschritte.
Vertragsprüfung und Zusammenarbeit mit Verlag oder Agentur
Wenn dir ein Verlag einen Autorenvertrag anbietet, solltest du ihn sorgfältig prüfen! Bist du bei einer Agentur, unterstützt sie dich dabei und handelt die bestmöglichsten Konditionen für dich aus? Sie kümmert sich auch um alle rechtlichen Dinge, bekommt aber im Gegenzug dafür einen Teil deiner Tantiemen.
Achte vor einem Vertragsabschluss auf folgende Punkte:
- Rechte
- Honorar
- Laufzeit
- Vorschüsse
- Nebenrechte
- E-Book-Rechte
- Hörbuchrechte
- Mitspracherechte
- Pflichten beider Seiten
Wenn du dir unsicher bist, kann eine fachkundige Prüfung hilfreich sein.
Nach dem Vertragsabschluss übernimmt der Verlag in der Regel viele Produktionsschritte für dich. wie zum Beispiel Lektorat, Korrektorat, Cover, Buchsatz, Vertrieb und teilweise Marketing.
Vorsicht vor Druckkostenzuschussverlagen!
Ein sogenannter Druckkostenzuschuss- oder Druckkostenvorschussverlag (DKZV) ist ein Dienstleister, bei dem du die Kosten für den Druck deines Buches teilweise oder ganz bezahlen musst. Lektorat und Korrektorat sind meist mangelhaft oder gar nicht vorhanden.
Seriöse Verlage übernehmen alle Kosten, für Lektorat, Korrektorat, Gestaltung, Druck und Marketing und tragen das volle finanzielle Risiko. Sie verlangen keinen Cent von ihren Autoren.
Viele dieser Verlage reagieren schnell und extrem positiv auf dein Manuskript und wollen nur an den Druckkosten verdienen. Dein Buch als solches ist ihnen vollkommen egal. Für Marketing wird oft nichts getan
Wichtig: Hände weg von Druckkostenzuschussverlagen!
In zahlreichen Autorenforen findest du entsprechende Informationen und kannst dich mit anderen Autoren darüber austauschen.
Selfpublishing
Alternativ zum Verlag hast du auch noch die Möglichkeit, dein Buch selbst zu veröffentlichen. Dabei kommt zwar eine Menge Arbeit auf dich zu, aber du hast auch die volle Kontrolle über dein Buch.
Planung
Im Selfpublishing bist du nicht nur Autor deines Buches, sondern auch Herausgeber, Projektmanager und Unternehmer in einem.
Du entscheidest selbst über:
- Titel
- Cover
- Klappentext
- Buchsatz
- Preis
- Erscheinungsdatum
- Austattung
- Plattform
- Marketing
- Dienstleister
Für all das brauchst du eine gute Planung.
Besonders wichtig sind:
- ein professionelles Cover (es sei denn, du bist selbst Grafiker)
- Lektorat und Korrektorat
- einen sauberen Buchsatz
- einen überzeugenden Klappentext
- Auswahl der Plattform für die Veröffentlichung
- passende Kategorien und Schlagwörter
- realistische Preisgestaltung
- einen Buchlaunch
- Buchmarketing (z.B. auf deinen Social-Media-Kanälen oder Bloggerrunden)
- eventuell eine Leserunde für Rezensionen (z.B. bei LovelyBooks)
Wie du siehst, gibt es viel zu tun. Selfpublishing bedeutet Freiheit, aber auch eine Menge Arbeit.
Cover
Dein Cover ist das erste, was ein potenzieller Leser (Käufer) von deinem Buch zu sehen bekommt. Es sollte professionell aussehen und zum Genre passen.
Das Cover ist das Aushängeschild deines Buches.
Ein Fantasycover sollte anders wirken als ein Thriller- oder ein Sachbuchcover. Informiere dich über die Cover in deinem Genre. Denn ein Leser erkennt oft innerhalb weniger Sekunden, ob dein Buch in „seinem“ Genre ist, das er liest.
Bist du selbst Grafiker, gehörst du zu den wenigen Glücklichen, die sich selbst ein professionelles Cover erstellen können. Ansonsten beauftrage einen Coverdesigner, der sich mit deinem Genre auskennt.
Dabei hast du die Wahl zwischen einem günstigen, vorgefertigten Design, einem sogenannten Premade-Cover (ca. 50–250 €), oder einem nach deinen Wünschen individuell angefertigten Cover. Speziell für dich angefertigte Cover können je nach Aufwand und Bildlizenzen schon mal 1500 € und mehr kosten.
Klappentext
Auch der Klappentext ist entscheidend, ob sich der Leser für dein Buch entscheidet. Er sollte neugierig machen, aber dabei nicht schon alles verraten und vor allem gut lesbar sein.
Ein guter Klappentext zeigt:
- die Hauptfigur
- Ausgangssituation
- Konflikt
- besondere Spannung
- Stimmung des Buches
- Genreversprechen
Ein Klappentext sollte nicht die Handlung erzählen, sondern Lust auf dein Buch machen und ein Kaufargument sein.
Titel deines Buches
Oft verwenden Autoren während des Schreibprozesses einen sogenannten Arbeitstitel und legen den endgültigen Titel für ihr Buch erst am Ende fest.
Ein perfekter Buchtitel, sollte prägnant, leicht auszusprechen und vor allem zu deiner Zielgruppe passend sein. Glaub mir, das kann echt herausfordernd sein.
Wichtig ist:
- Erfülle die Genreerwartung! (Ein Thriller benötigt eine andere Tonalität als ein Liebesroman.)
- Lesbarkeit und Klang
- rechtliche Prüfung (Titelschutz)
- Feedback einholen
Hast du dich für einen Buchtitel entschieden, überprüfe unbedingt seine Verfügbarkeit. Dein Titel sollte idealerweise noch nicht existieren, um Verwechslungen zu vermeiden. Grundsätzlich dürfen zwei gleiche Titel existieren, wenn sie zum Beispiel in verschiedenen Genres unterwegs sind und dadurch keine Verwechslungsgefahr besteht.
Doch bedenke, dass in Deutschland Titelschutz automatisch bei Erscheinen eines Werkes entsteht und du so schnell Gefahr läufst, das Urheberrecht zu verletzen. Ein Titel darf außerdem keine bestehenden Markenrechte verletzen.
Um Ärger zu vermeiden, finde einen aussagekräftigen und unverwechselbaren Buchtitel, den es so bisher nicht gibt. Das ist oft herausfordernd und kann manchmal auch eine Weile dauern. Eine Möglichkeit ist es auch, mit Untertiteln zu arbeiten.
Titelschutz
Wenn du schon früh einen perfekten Titel für dein Buch gefunden hast und nicht willst, dass er dir bis zu deiner Veröffentlichung weggeschnappt wird, kannst du ihn im Vorfeld schützen lassen. Dabei gilt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“
Das geht recht unkompliziert und kostengünstig bei zahlreichen Anbietern über eine Titelschutzanzeige (z.B. beim Titelschutzanzeiger oder dem Börsenblatt). Der Titelschutz im Vorfeld gilt jedoch nur für 6 Monate. Wenn du dein Buch aber nicht innerhalb dieser Frist veröffentlichst, verfällt dein Anspruch.
ISBN, Impressum und rechtliche Grundlagen
Im Selfpublishing musst du dich auch um rechtliche Dinge kümmern.
Dazu ghören:
- ISBN
- Impressum
- Urheberecht
- Bildrechte
- Schriftlizensen
- Datenschutz bei eigener Webseite oder Newsletter
- Pflichtexemplare, je nach Land und Regelung
Wenn du einen Dienstleister beauftragst, solltest du darauf achten, dass du von ihm die nötigen Nutzungsrechte für Coverbilder, Illustrationen und Schriftarten erhältst.
Buchsatz
Der Buchsatz macht aus deinem korrigierten Text ein druckfähiges Buch und sorgt für ein ansprechendes Layout. Wenn du dich jedoch nicht mit einem professionellen Buchsatz auskennst, beauftrage am besten einen Profi!
Ein professioneller Buchsatz verwandelt dein unformatiertes Manuskript in eine druckreife und lesefreundliche Vorlage.
Wichtige Kriterien dafür sind:
- saubere Kapitelanfänge
- passende Schriftarten
- korrekte Seitenränder
- Inhaltsverzeichnis
- Seitenzahlen
- Impressum
- eventuell Danksagungen oder Widmungen
- einheitliche Formatierung
- Einfügen von Bildern, Kapitelzierden oder Ähnlichem
Für das E-Book und das Printbuch benötigst du unterschiedliche Dateien. Ein E‑Book muss sich flexibel an verschiedene Lesegeräte anpassen können, wogegen ein Taschenbuch oder Hardcover eine feste Druckdatei benötigt.
Veröffentlichungsplattform auswählen
Im Selfpublishing kannst du dein Buch über verschiedene Plattformen veröffentlichen. Es gibt Anbieter für E-Books, Taschenbücher und Hardcover.
Überlege dir:
- Möchtest du nur ein E‑Book veröffentlichen?
- Soll es ein Taschenbuch geben?
- Möchtest du auch ein Hardcover?
- Willst du exklusiv auf einer Plattform veröffentlichen?
- Oder lieber in mehreren Shops erhältlich sein?
- Wie wichtig ist dir der Buchhandel?
- Wieviel Kontrolle möchtest du behalten?
Die Wahl der richtigen Plattform beeinflusst die Reichweite, Verdienstmöglichkeiten, Verfügbarkeit und manchmal auch deine Marketingoptionen für dein Buch.
Marketing
Das Marketing beginnt nicht erst am Erscheinungstag, sondern idealerweise baust du schon von Anfang an Interesse für dein Buch auf. Die Möglichkeiten, über dein Buch zu sprechen und es sichtbar zu machen, sind vielfältig. Dabei sind deinem Einfallsreichtum keine Grenzen gesezt.
Egal ob im Verlag oder im Selfpublishing, dein Buch braucht Sichtbarkeit.
Mögliche Maßnahmen sind:
- Website oder Blog
- Newsletter
- Social Media
- Cover-Reveal
- Leseproben
- Figuren vorstellen
- Buchtrailer
- Leserunden
- Rezensionsexemplare
- Blogger- und Bookstagram (auf Instagram) oder Booktok (auf TikTok)
- Gewinnspiele
- Vorbestellungsaktionen
- Einblicke in den Schreibprozess
- bezahlte Werbung schalten
- Pressemitteilungen & Interview
- Preisaktionen
- Flyer, Lesezeichen oder Charakterkarten drucken lassen
Das Marketing für dein Buch kann erheblich zum Erfolg deines Buches beitragen. Dabei ist es völlig egal, ob du im Verlag oder im Eigenverlag veröffentlichst. Du musst Marketing betreiben. Denn je mehr Sichtbarkeit du erlangst, umso mehr Leserinnen und Leser werden auf dein Buch aufmerksam und kaufen es vielleicht.
Veröffentlichungstag und Buchlaunch
Der Veröffentlichungstag ist ein besonderer Moment. Damit dieser nicht im Chaos endet, solltest du ihn gut vorbereiten.
Dazu gehören:
- Buchdateien hochladen
- Produktbeschreibung prüfen
- Kategorien und Schlagwörter festlegen
- Preis kontrollieren
- Website aktualisieren
- Social-Media-Beiträge planen
- Newsletter vorbereiten
- Rezensionsexemplare verschicken
- Launch-Aktionen organisieren
Bist du bei einem Verlag, übernimmt vieles davon das Verlagsteam. Doch auch hier kannst du deinen Buchlaunch tatkräftig unterstützen. Informiere deine Community und poste begleitende Inhalte auf deinen Social-Media-Kanälen!
Glückwunsch, nach all der vielen Arbeit hast du es geschafft und dein Buch ist veröffentlicht!
Bücher an Nationalbibliothek und Landesbibliothek verschicken
Nun musst du nur noch deine gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtexemplare an die jeweilige Landesbibliothek und an die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) verschicken. Je nach Bundesland können es 1–2 Exemplare sein.
Nicht nur Printausgaben, auch E-Books fallen unter die Pflichtexemplare und können digital bei der Nationalbibliothek eingereicht werden. Vermeide es, dein Buch mit einem Kopierschutz (DKM) oder einem Kennwort zu versehen, da sonst die Archivierung nicht möglich ist. Das gängige Format ist dabei EPUB oder PDF.
Veröffentlichst du bei einem Verlag, übernimmt dieser das meist für dich. Ebenso manche Dienstleister wie zum Beispiel BoD. Als Selfpublisher bist du in der Pflicht, die Exemplare an die jeweilige Bibliothek selbst zu verschicken.
Zahlen im Blick behalten
Behalte deine Zahlen, Verkäufe und Marketingerfolge oder Misserfolge stets im Auge. Bewirb deine Bücher, auch wenn sie schon länger am Markt sind.
Verkauft sich ein Buch nicht, überprüfe, ob das Cover und die Metadaten funktionieren! Überlege dir, ob ein Cover-Relaunch oder eine Überarbeitung deines Klappentextes Abhilfe schaffen kann.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meiner Auflistung, bei deiner Buchreise helfen und wünsche dir nun viel Erfolg!
Lass aus deiner Idee ein echtes Buch entstehen!
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